Sächsische Künstler zu Gast bei der Sächsischen Zeitung

04. Mai 2013, Text von Birgit Grimm

Gemalte Tagebucheinträge

 

Felix Lippmann malt die unscheinbaren Landschaften, an denen andere vorbeirauschen.

 

Er ist Dresdner von Geburt, hat in der Stadt studiert und keine Lust, wegzugehen. Die gemächliche Gangart der Stadt ist dem 30-Jährigen noch nicht zu langsam. Und er mag die Umgebung der Stadt, genießt es, in Nullkommanichts in der Natur zu sein. „Das hat sich mit meiner Malerei verbunden“, sagt Felix Lippmann. Er malt nicht die spektakulären Felsenfomationen der Sächsischen Schweiz, nicht die Schlösser an der Elbe. Es sind die unscheinbaren Erscheinungen, die seine Aufmerksamkeit bekommen. Er hält an, wo andere eilig vorbeirauschen. „Tagebucheinträge einer Landschaft“ nennt er seine Bilder, die zu abstrahiert sind, um eine konkreten Ort zu identifizieren, aber noch gegenständlich genug, um das Bild als Landschaftsmalerei zu erkennen. In den großen Formaten siegt dann die Abstraktion. Sie sind fast schon informell. In den kleineren bleibt er näher am Gegenstand. Es ist die Farbe, die ihn vor allem interessiert, „Und es ist ein – vielleicht naives – Glücklichsein, das mich antreibt. Aber ein Romantiker bin ich nicht. Wenn ich male, formuliere ich keine Sehnsuchtsgedanken, sondern arbeite aus einer gewissen Erfüllung heraus“, sagt er. Lippmann sammelt draußen Eindrücke und fotografiert. Gemalt wird im Atelier.

Das befindet sich in der Dresdner Bienertmühle. An diesem traditionsgeschwängerten und kulturträchtigen Ort fühlt der Maler sich wohl.