Was mache ich, wenn ich male

18. April 2011, Text von Felix Lippmann

„Wie geht’s deinem Bild?“ fragte dann meist jemand. „Ich kämpfe“, war Bills Antwort. Einmal sagte er, daß er gern wie Ingres und Soutine malen würde – wie beide zugleich. […]

Manchmal mochte ein großartiges Gemälde auf seiner Staffelei zu sehen sein, bei dem er nur ein Detail in einer verändern wollte. Doch Bill veränderte nie etwas um es akzeptabel zu machen. Stattdessen würde man beim nächsten Mal ein vollkommen neues Bild vorfinden, das er über das erste gemalt hatte. Ich verstand nicht wirklich, worauf er aus war, außer, daß seine Ambition sehr viel weiter ging, als einfach nur ein verkaufbares Bild für eine Ausstellung zu schaffen. Was er sich vorstellte, ließe sich nicht auf die Schnelle verwirklichen.

[…]

„Was du tust, wenn du malst“, erklärte er mir, „ist, daß du einen großen Pinsel voller Farbe nimmst, die Farbe auf das Bild bringst und Vertrauen hast.“

Text von Denby, Edwin: "Willem de Kooning"; 1988

Edwin Denby: De Kooning, 1988, Pendagrom VerlagEdwin Denby: De Kooning, 1988, Pendagrom Verlag